Wiking-Treffen Porta Westfalica 2012
Bereits zum 5. Mal war Porta Westfalica für ein Wochenende der Mittelpunkt der Wiking-Sammlerwelt. Am 17/18. März fanden sich wieder über 30 Sammler und ehemalige Mitarbeiter der Firma Wiking zusammen um Modelle und Dioramen zu bewundern, zu tauschen oder nach Herzenslust über das Hobby zu fachsimpeln.
Viele Sammler kennen sich seit Jahren, andere kommen nur alle 2-3 Jahre, während sich die Erstteilnehmer im wahren Wiking-Himmel wähnten. Im dem großen Saal präsentierten sich fast alle Modelle welche die diversen Produktionsstätten in Buer, Kiel oder Berlin in den Jahrzehnten seit Firmengründung verlassen haben: Flugzeuge und Schiffe sowie sämtliche Bereiche an Modellfahrzeugen von Metall im Maßstab 1:200, über N-Spur, HO bis zu 1:40 und größer.
Eine Schiffsparade in der Kieler Bucht wurde flankiert von den verschiedenen Versionen des Dampfers Caribia, ungezählte Feuerschiffe und Inseln mit Leuchttürmen, sowie eine Unmenge an 1:1250 Flugzeugen mit unterschiedlichen Bemalungen. Der Freund von Wiking-Flugzeugen kam bei fast 50 unterschiedlichen Junkers Ju52, teilweise mit sehr interessanter Historie, ins Schwärmen und bekam bei Ansicht eines Originalsteils einer abgestürzten Ju52 doch fast ehrfürchtiges Schaudern. Ein Tag der offenen Tür bei den HO-Hubschraubern spannte den Bogen zu den zahlreichen Dioramen, die witzig oder perfekt je nach Gusto Grundlage für die Modelle waren. Da waren Verladeszenen am ländlichen Bahnhof genauso zu bewundern, wie streikende Blaumänner, ein Motorradgottesdienst, eine Baufirma mit Zementsilo. Die zwei bekannten Tankstellen auf einem bereits bekannten Diorama haben die Zeiten im Preiskampf genauso überstanden wie die N-Spur-Feuerwehren vor ihren Spritzenhäusern, oder die Arnold-Rapido Straßenbahn ihre Runden.
Doch nicht nur Dioramen gab es zu bestaunen. Der Themenfreund konnte sich stundenlang an ganzen Feuerwehrzügen festhalten. Vom Jahr 1954 bis 1972 wurde jeweils der komplette Löschzug gemäß damaligem Programm präsentiert, was bedingt das jedes Modell mehrfach vorhanden war. Eine echt anspruchsvolle Aufgabe, zumal die Präsentation frei war von ärgerlichen Basteleien. Diese Basteleien wiederum konnte man teilweise beim benachbarten Diorama einer Mercedes-Benz-Ausstellung bewundern. Da standen neben echten Modellen auch „Sonderanfertigungen“ der Firmen Dremel + Co, oder „Rainer Zwaifel“. Interessant war auch die Präsentation des Modell-Jahrganges 1958, also die Übergangszeit vom unverglasten zum verglasten Modell, oder die gesamte historische Baureihe VW T1 in 1:40, wobei ein anderes Diorama mit seltenen Käfern im großen Maßstab das Thema begleitete.
Der mehr als seltene Fund eines großen Postens grauer, mit Modellen bestückter, Originalkartons im Jahr 2011 war die Keimzelle für eine bislang einmalige Präsentation. Aus einer lockeren Plauderei ergab sich die Idee, in Gemeinschaftsarbeit eine Ausstellung eben dieser OVPs zusammenzustellen. Auf über 5 Meter Länge standen genau 122 (geplant waren 101) graue OVPs, die meisten mit neuwertigen Modellen voll bestückt. Eine solche Ansammlung im damaligen Auslieferungszustand war so konzentriert vorher wohl weder bei Wiking noch sonst irgendwo je zu sehen.
In einer kurzweiligen Frage und Antwortstunde gaben die ehemaligen WM-Mitarbeiter Klaus-Dieter Hinkelmann und Horst Gruttke Einblick in die damalige Arbeitsweise und die Strukturen bei Wiking.
Bis spät in die Nacht kreisten die Gedanken um die Modelle, Restaurationen, Auktionen und seltenen Funden, sodass am nächsten Morgen gerne der umfunktionierte Medizinschrank geöffnet wurde – doch der enthielt – auch wieder nur Wiking.














Text und © DWSRA
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